Segen und Fluch …

Medikamente und ihre Nebenwirkungen

Ich kann sehr gut feststellen, welche Eigenheiten und Macken parkinsonbedingt sind und welche von den Medikamenten verursacht werden, da ich bereits vor der Diagnose mindestens zwei Jahre ein „Parki“ war.

Eigentlich würden bereits die möglichen bekannten Nebenwirkungen ausreichen, um die berechtigte Frage zu stellen, „seid’s deppat, wollt’s mich verblöden oder gar ausschalten?“

Als ob das nicht genug wäre, machen mich diese Pulverl sehr oft so müde, dass die Gefahr besteht während des Gehens einfach wegzupennen. Das bedeutet, im öffentlichen Straßenverkehr darf ich kein Fahrzeug lenken.

Anfänglich (zwischen Mai bis Mitte September) kamen die Nebenwirkungs-Macken nicht gar so oft zur Geltung, aber jetzt wo das Zeug anscheinend zu wirken beginnt, haut das ordentlich rein.

Um 14:00 bin ich oftmals hundemüde, dafür schaffe ich es kaum vor 01:00 einzuschlafen. Spätestens um 06:30 krieg ich dann die Bettflucht. Ich bin zwar nicht wirklich munter, aber was soll ich noch im Bett.

Dieser atonale Rhythmus ermöglicht es mir, den Tag zeitig zu beginnen und sehr spät zu beenden, was gar nicht so übel ist, da ein Parki sowieso für alles doppelt so lange braucht, als ein Nicht-Parki.

Was ich überhaupt nicht brauchen kann, aber anscheinend in Kauf nehmen soll, ist die Tatsache, dass einige Medikamente wie ein Herzschrittmacher wirken und mich unbedingt einbremsen wollen. Von Schweißausbrüchen bei normaler Umgebungstemperatur könnte ich ein Lied singen und kaum habe ich meine Medikamente eingenommen beginnt der Pinkel Marathon. O.k. das gibt sich nach zirka einer Stunde wieder. Allerdings gibt’s die Pulverl Dröhnung vier Mal am Tag. Da muss ich aber jetzt nicht mehr ins Detail gehen, oder?

Fazit oder quasi Fluch der Medikamente: All diese Macken sind Nebenwirkungen der Medikamente, auch wenn manch ein Weißkittel nicht dieser Meinung ist, aber die haben auch keinen Vergleich, so wie ich!

Die positive Wirkung meiner Medikamenteneinnahme sollte ich trotz aller Unannehmlichkeiten auf keinen Fall außer Acht lassen. Im April, also noch vor der ersten Medikamentenverordnung, war ich nämlich in einem mehr oder weniger beschissenem Gesamtzustand. Mein Tremor in der rechten Hand war so stark, dass der Verzehr von Spaghetti zur Herausforderung wurde. Ohne Schmerzen länger als 10 Minuten zu  sitzen war so gut wie unmöglich. Beim Stehen war es ähnlich. Ich hatte auch eine verwaschene Gangart (hinkendes linkes Bein), die bereits zu auffällig war, um nicht darauf angesprochen zu werden. Die Benützung von Pissoirs ist ebenfalls zur Herausforderung geworden, was mich veranlasste zum Sitzpinkler zu werden.

Fazit oder sozusagen Segen der Medikamente: Viele dieser Symptome haben sich durch die Medikamenteneinnahme stark gebessert und einige sind sogar ganz verschwunden.

Man muss also immer abwägen was man an Nebenwirkungen in Kauf nimmt, um in den Genuss der positiven Wirkung zu kommen.

So, genug von den Macken und Unbefindlichkeiten eines Parkinson Patienten. Nur noch eines zur Erinnerung, ich bin nicht krank, ich hab bloß Parkinson und ein paar Macken ….

Aber weil es da auch noch den ParkinsonRider, den ParkinsonCaver und den ParkinsonClimber gibt, wird’s auch da noch die entsprechenden Postings geben ……

1 Kommentar zu „Segen und Fluch …“

  1. Was soll ich sagen, bewundernswerter Umgang von dir mit dieser Tatsache. Bist ein gutes Beispiel für andere Betroffene. Geh nur weiter diesen steinigen Weg und sei dir der Menschen bewusst, die dich begleiten. Werde ab und zu an dich denken und für dich beten! Ist mir einfach ein Bedürfnis. LG

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