Man muss ja nicht alles verstehen

Wer diesem Grundsatz folgt, wird es im Leben eventuell etwas einfacher haben, als jene Menschen, die alles wissen und verstehen wollen. Wer nichts hinterfragt wird nicht unbequem und daher auch keinen Gegenwind zu spüren bekommen.

Mein Weg ist das allerdings nicht, ich bin einer dieser unbequemen Zeitgenossen die alles verstehen möchten und dann auch noch Fragen stellen.

Manches ist halt nur schwer zu verstehen

Bereits bei meinem Erstbesuch im April 2016 beklagte ich die häufig auftretenden Probleme mit meinem linken Bein, welches beim Sitzen ziemlich taub wurde, beim Gehen manchmal hinterher hinkte und auch im Liegen seine Mätzchen machte. Diese Symptome hatte ich zeitweise auch schon vor meiner Parkinson Erkrankung, allerdings noch nie so stark, wie jetzt. Grund genug, diesen Zustand zu erwähnen.

Eine sofortige Abklärung was die Ursachen dafür sein könnten, war verständlicher Weise nicht möglich. Bei meinen Folgebesuchen im Sommer wurde ich immer wieder nach dem Zustand des linken Beins gefragt und auch entsprechend untersucht. Zum Glück hatten sich die Lähmungserscheinungen und das Hinken gebessert, was aller Wahrscheinlichkeit nach den Medikamenten zuzuschreiben war.

Im Herbst verschlechterte sich die „Bein Geschichte“ wieder, daher sollte ich alle Bilder meiner LWS mitbringen. Die Ärztin war sehr erstaunt, als sie keine MRT-Bilder fand, zumal ich wegen dieses Problems bereits seit vielen Jahren immer wieder in Behandlung war.

Lieber spät, als nie

Meine Frage nach einer LWS-MRT wurde von mehreren Orthopäden immer wieder mit Aussagen wie, "ist nicht notwendig" oder "brauchen wir nicht", beantwortet.

Die behandelnde Neurologin war da anscheinend ganz anderer Meinung. Ihr Gesichtsausdruck zeigte eindeutig was sie von der bisherigen Vorgehensweise hielt. Es bedurfte also einer Neurologin und meiner Parkinsonerkrankung, um endlich eine MRT der LWS zu bekommen.

Bei meiner letzten Untersuchung Ende Februar 2017 wurde mit Hilfe der MRT Bilder festgestellt, dass die Problemchen mit dem linken Bein sehr wohl durch eine leichte Wirbelsäulenschädigung hervorgerufen werden und das bereits seit mehreren Jahren, aber jetzt auch Parkinson mit im Spiel ist. Dadurch wurde das Beinproblem zwar nicht beseitigt, aber die gewonnenen Erkenntnisse ermöglichen es, die passenden therapeutischen Maßnahmen zu treffen.

Erleichterung durch Gewissheit

Da ich jetzt die Ursachen des Beinproblems kenne, mache ich mir auch nicht ständig unnötige Gedanken. Ich weiß jetzt was erfolgreich behandelt werden kann, wie ich damit umgehen soll und was ich als nicht änderbar akzeptieren muss.

Eine Frage bleibt unbeantwortet

Wozu gibt es derart viele fachärztliche Spezialisierungen, wenn es dann  doch quasi ein Außenstehender ist, der die richtigen Maßnahmen trifft, um zu aufschlussreichen Ergebnissen zu gelangen?

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